Jüdisches Leben.

Führung durch Speyer

Dieser Stadtrundgang führt sie durch „Das jüdische Leben in Speyer“.

Treffpunkt: Sonntag, 5. Juni 2016, 9.45 Uhr ab Bahnhof Ingelheim (Zugabfahrt 9.55 Uhr)

Ein Stadtrundgang – in Kooperation mit dem Stadtarchiv Speyer -, der im Jahr 1084 beginnt, umfasst den mittelalterlichen Judenhof der SCHUM-Gemeinde mit seinem einmaligen Ensemble bestehend aus Synagoge, Frauenbetraum und Mikwe (Ritualbad). Die Gemeinde ab dem 18. Jahrhundert bis zu ihrer Vernichtung in der Shoa wird anhand von Biografien jüdischer Mitbürger thematisiert. Die Synagoge „Beith Shalom“ gibt Einblicke in die heutige jüdische Gemeinde. Führungsdauer ca. 1,5 Stunden.

Anmeldung erbeten. Siehe unter Kontakt.

 

 

Aktuelles aus Israel

Die kleinen Intitiativen in Israel werden durch die Spannungen oft übersehen. Deswegen hier ein Beispiel der Zusammenarbeit. Die untenstehende Deklaration ist dem Rundschreiben von Givat Haviva Deutschland, November 2015 entnommen.

 

Deklaration
Angesichts der gegenwärtigen Feindseligkeiten und der angespannten Situation in Israel haben wir, die Bürgermeister der benachbarten jüdischen und arabischen Gemeinden im Wadi Ara, die mit Givat Haviva im Projekt Shared Communities an einer gemeinsamen jüdisch-arabischen Zukunft arbeiten, uns entschlossen, uns an die Öffentlichkeit zu wenden. Dies ist unsere Erklärung:
I. Die israelische Unabhängigkeitserklärung bezeugt, dass der Staat Israel auf dem Prinzip der Gleichheit basiert und seit seiner Gründung Heimat für alle seine Bürger ist – sowohl für Juden als auch für Araber.
II. Wir rufen alle Bürger Israels – und besonders die Bewohner und Nachbarn unserer Region des Wadi Ara und des arabischen Dreiecks – auf, einander weiterhin mit Respekt zu begegnen und Schaden voneinander abzuwenden. Wir verurteilen vehement jeden Angriff auf Leib und Leben oder das Eigentum unserer Mitbürger sowie jede Form körperlichen oder verbalen Missbrauchs!
III. Wir appellieren an die Anführer beider Völker, die Hetze und das Schüren weiterer Unruhe zu unterlassen! Es ist jetzt unsere Aufgabe, für Ruhe und Frieden zu sorgen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Wir appellieren auch an die religiösen Führer, an Intellektuelle, Erzieher und Lehrer, uns bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu unterstützen. Führen Sie uns in einen Dialog der Aussöhnung. Helfen Sie uns bei unserer Aufgabe, damit Kinder und Erwachsene mit dieser komple-xen Situation in einer Weise umgehen können, die sich nicht in Rassismus, Rachegefühlen, Bedrohungen oder Gewalt
gegenüber anderen manifestiert.
IV. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass die beinahe 50-jährige Besatzung der West Bank unser Leben tagtäglich betrifft und beeinflusst. Sie ist der Grund für viele  Spannungen und die Gewalt und sie ist eine Gefahr für die Demokratie in Israel!
Wir fordern die israelische Regierung auf, eine politische Lösung zu finden, die es allen Menschen in Israel ermöglicht, in Sicherheit und Frieden zu leben!
V. Um die große Bedeutung des Tempelbergs/der Al-Aqsa-Moschee für Juden und Muslime wissend, fordern wir die Regierungen von Israel und Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde, auf, diese Krise mit Umsicht und
Verantwortung zu lösen und den Status Quo dieser heiligen Stätte zu achten. In den letzten Jahren traten unsere Gemein-den dem Givat Haviva Programm „Shared Communities“ bei, in dem wir gute Nachbarschaft leben und gesunde und
konstruktive Beziehungen, zwischen den jüdischen und arabischen Gemeinden in der Region fördern wollen. Dieses Pro-gramm ist geeignet, Sicherheit sowie sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt für alle Einwohner der Region zu schaffen.
Heute, angesichts der Verschlechterung der Sicherheitssituation und der Verschlechterung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Israel, ist es unsere größtes Anliegen, die erreichten Fortschritte in den nachbarschaftlichen Beziehungen in
der Region zu wahren. Wir werden auch weiterhin unsere guten Beziehungen pflegen und geloben, auch in Zukunft an unserer Partnerschaft, die auf gegenseitiger Verantwortung, Respekt und Gleichheit zwischen Juden und Arabern in der Region und in dem Land basiert, mit all unserem Engagement festzuhalten.
Die Unterzeichner
Bürgermeister: Itsik Cholevsky, Bürgermeister Megiddo Regional Council Hassan Atamna, Bürgermeister Kafr Kara Local Council Mustafa Agbaria, Bürgermeister Ma’ale Irron Local Council Ilan Sade, Bürgermeister Menashe Regional Council Ibrahim Muassi, Geschäftsführender Bürgermeister Baka el Garbiya Diab Ghanem, Bürgermeister Zemer Regional Council Rani Aidan, Bürgermeister Emek Hefer Regional Council
Givat Haviva: Riad Kabha, Direktor Jüdisch-Arabisches Zentrum für den Frieden Mohammad Darawshe, Direktor Shared Living-Programme Itamar Shwika, Direktor Stiftung Havatzelet Yaniv Sagee, Generaldirektor Givat Haviva.

Siehe auch den Besuch der Künstlerinnen aus der Umgebung von Afula, die sich über alle ethnischen und religiösen Grenzen hinweg begegnen und die Krisen angehen.

Pressebericht in der AZ vom 31. Juli 2015

Ruth Kapp-Hartz in Ingelheim

 

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Ruth Kapp-Hartz im Alter von ca. 5 Jahren

Ruths Geschichte

Ruth Kapp-Hartz wäre Ingelheimerin geworden, wenn die Nationalsozialisten 1933 nicht an die Macht gekommen wären. Der Boykott der jüdischen Geschäfte wirkte sich auf ihre Eltern direkt aus, so dass sie 1936 nach Haifa flohen. Dort wurde Ruth Kapp-Hartz geboren. Später zog die junge Familie zu Angehörigen nach Südfrankreich. Sie wollte in die USA, erhielt aber kein Visum. Als die Macht Hitlers auch bis Südfrankreich reichte, wurde sie mit Hilfe von französischen Widerständlern versteckt und überlebte. Heute wohnt sie in den USA und hat zwei Kinder und sechs Enkelkinder. Sie besuchte auf Einladung des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ende September 2015 Ingelheim, zusammen mit ihrer Tochter. Sie sprach vor Schülerinnen und Schülern des Sebastian-Münster Gymnasium und der Kaiserpfalz-Realschule plus. Die Ingelheimer Bürgerinnen und Bürger waren zu einer Veranstaltung ins Weiterbildungszentrum eingeladen. Ruth Kapp-Hartz berichtete, wie sie sich als etwa sechs Jahre altes Mädchen gefühlt hat, das von einem Ort zum anderen ziehen und versteckt werden musste.

Aus ihrer auf Deutsch erschienenen Biografie „Ruths Geschichte“ von Stacy Ctrezmeyer lasen Frau Isabell Heinze und Frau Elisabeth Verhoeven vor. Ruth Kapp-Hartz ergänzte, erzählte und beantwortete die Fragen der Gäste auf Englisch und manchmal auf Deutsch mit einem rheinhessischen Einschlag. Deutsch hatte sie nur mit ihren Großeltern Gustav und Bertha Nussbaum gesprochen, als sich nach dem Krieg die überlebende Familie in Paris vereinigte und sich eine neue Existenz aufbaute.

Ruth Kapp-Hartz und ihre Tochter besuchten auf den Spuren ihrer Vorfahren die Gräber der Familie Nussbaum auf dem jüdischen Friedhof in Ingelheim und der Familie Kapp in Mainz-Hechtsheim.Anschließend flogen sie weiter nach Albi/Südfrankreich. Dort reisten sie an die Orte, an denen sie als Kind versteckt war. Ruth Kapp-Hartz steht dort mit Nachfahren der Personen in Kontakt, die ihnen während der nationalsozialistischen Diktatur geholfen haben.

Weiter Informationen zur Verbindung von Frau Ruth Kapp-Hartz zu Ingelheim siehe auf der Seite Familie Nußbaum

Pressebericht siehe AZ vom 1. Oktober 2015

Blog von Diane Warsoff