Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V.
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Hans-Georg Meyer / Karoline Klausing (Hrsg)

im Auftrag von: Deutsch-Israelischer Freundeskreis Ingelheim e.V. und Stadt Ingelheim am Rhein

Freudige Gefolgschaft und bedingungslose Einordnung ...?
Der Nationalsozialismus in Ingelheim

Das Buch kann in der Ausstellung im Alten Rathaus und bei der Tourismusinformation der Stadt Ingelheim

am Rhein für 20.- Euro oder direkt beim Verlag erworben werden.

 

 

Ingelheim am Rhein war in vielfacher Hinsicht typisch für die rheinhessische Region: In der Weimarer

Republik sah sich die Stadt zunächst mit der französischen Besatzung konfrontiert, 1923 übernahm

kurzzeitig eine separatistische Kommunalregierung die Herrschaft, in den späten zwanziger Jahren

prägten zunehmend die wachsende Arbeitslosigkeit sowie finanzielle und soziale Schwierigkeiten die

damals noch autonomen, durch den Weinbau gekennzeichneten drei Ingelheimer Gemeinden Nieder-Ingelheim,

Ober-Ingelheim und Frei-Weinheim. Die Anfänge der nationalsozialistischen Bewegung 1920, der Alltag in

der totalitären Diktatur und die Sozialisation der Täter, der Opfer und der großen Mehrheit der

Mitläufer im regionalen Raum zeigt, wie eng die Geschichte der Stadt Ingelheim mit der Geschichte des

Nationalsozialismus verwoben war.

Inhalt:

Dr. Joachim Gerhard
Grußwort
Klaus Dürsch
Vorwort
Prof. Dr. Michael Kißener
Vorwort    
Hans-Georg Meyer, Dr. Caroline Klausing
Einleitung

I. Politische Vorprägungen und Belastungen der Weimarer Republik

VAIOS KALOGRIAS
Ingelheim und die Weimarer Republik im Spiegel der Lokalpresse
ROLAND BÄNSCH
Kämpfe um die Rheinische Republik - Lokaler Separatismus
MARKUSWÜRZ
Der Aufstieg des Nationalsozialismus

II. Nationalsozialistische „Machtergreifung" und Machtkonsolidierung

SIMON BALLMANN
Zum „Sieg des deutschen Volkes" läuteten die Kirchenglocken: Die nationalsozialistische „Machtergreifung" in Ingelheim
CAROLINE KLAUSING
Die „Revolution des Geistes" und die Ingelheimer NS-Funktionäre

III. Gesellschaftliche Institutionen und Gruppierungen im Dritten Reich

HELMUT HUBER
Zwischen Kreuz und Hakenkreuz -
Die Geschichte der evangelischen Gemeinden
KLAUS DÜRSCH
„... als ob nichts Wichtiges in unserer Gemeinde passiert wäre." -
Die katholische Kirche im Nationalsozialismus
FRANZ DIEHL
„Den machtpolitischen ... Zugriff... auf die Schule zu sichern"
CORNELIA PETERS
Vom Sport zum Wehrturnen -
Die Turngemeinde 1847 Nieder-Ingelheim
PIA STEINBAUER
Der verordnete Jubel - Die nationalsozialistische Festkultur

 

IV. Wirtschaftliche Entwicklungen im Dritten Reich

VAIOS KALOGRIAS
Zwischen Plan- und Kriegswirtschaft -
Unternehmensgeschichten
VAIOS KALOGRIAS
Der Bauer als Prototyp der nordisch-germanischen Rasse -Das landwirtschaftliche Milieu
MICHAEL KISSENER
Unter Aufsicht - Die Firma Boehringer Ingelheim 1936 bis 1944
im Spiegel der Werkszeitung
MARTINA RUPPERT-KELLY
Der Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitern -
Eine Spurensuche

V. Verfolgung und Widerstand im Dritten Reich

RENATE ROSENAU
Auslesen und Ausmerzen:
Nationalsozialistische Medizinverbrechen an Ingelheimern
HANS-GEORG MEYER
„Wer mit Juden handelt, gilt daher als unehrenhaft" -
Die Geschichte der israelitischen Gemeinde Ingelheim
JACQUES DELFELD
Der „Sonderzug" fährt pünktlich um 10:49 Uhr -
Das Schicksal der Sinti
HANS-GEORGMEYER
„Hätte das Attentat geklappt, wäre heute der Krieg aus" -
Ingelheim zwischen Nonkonformität, Resistenz und Widerstand

 

VI. Ende und Neuanfang

ANNO VEY
Kriegs jahre in Ingelheim
TOBIAS SCHMUCK
„Rückkehr in die Gemeinschaft des Volkes nicht versagt" -
Entnazifizierung am Beispiel Ingelheims
HANS-GEORG MEYER
Die Prozesse gegen die Täter der Judenpogrome

VII. Ingelheimer Lebenswege

PETRA HARTH-MEYER
„... für pazifistische Vaterlandsverräter kein Platz mehr ..." -
Der Lehrer Karl Baiser
PETRA HARTH-MEYER
Ein Opfer des NS-Regimes - Der SPD-Vorsitzende Otto Wedekind
HANS NEUMANN
Mein Vater in den Kämpfen seiner Zeit -
Das Leben des Walter Neumann
KLAUS DÜRSCH
„Der Pfaff ist die Ausgeburt der Hölle" -
Der Ober-Ingelheimer Kaplan Jakob Bergmann
KLAUS DÜRSCH    ,
Eine bedeutende Rolle im katholischen Leben gespielt
Das Leben des Wilhelm Fries
HANS-GEORG MEYER
„Die Revolution frisst ihre Kinder" -
Der Volkssturmführer Hermann Berndes

Das Buch kann in der Ausstellung im Alten Rathaus und bei der Tourismusinformation der Stadt Ingelheim

am Rhein für 20.- Euro oder direkt beim Verlag erworben werden.

 

Zur Geschichte der Juden in Ingelheim


 
 
Größe: 21 x 27,5 cm, ISBN-Nr. 3-924124-29-9, ca. 700 Seiten, 400 Abbildungen (Dokumente, Fotos), zu erwerben beim Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V, Grundstr. 3, 55218 Ingelheim oder unter Kontakt.

Das Buch beschreibt in acht Kapiteln die Geschichte der Juden in Ingelheim von den ersten Nachweisen im frühen Mittelalter bis zur Vernichtung der jüdischen Gemeinde im Jahr 1942.

Das erste Kapitel "Ingelheimer Juden im Mittelalter" wurde von Dr. Gerd Mentgen, Trier, verfaßt. Die weiteren Kapitel stammen von Hans-Georg Meyer, Ingelheim, und befassen sich mit den "Ingelheimer Juden in der Neuzeit", "Jüdisches Wirtschaftsleben in Ingelheim", "Das gesellschaftliche Zusammenleben in Ingelheim", "Das Schulwesen, jüdische Lehrer und Schüler", "Die Synagoge der jüdischen Gemeinde zu Ober-Ingelheim", "Der Nationalsozialismus und die Leiden der jüdischen Bevölkerung ab 1933" sowie "Die jüdischen Friedhöfe in Ingelheim". Dabei sieht Hans-Georg Meyer den Schwerpunkt seiner Arbeit in der Aufarbeitung der Geschichte Ingelheims während des Nationalsozialismus: "So wichtig es ist, auf die Gesamtgeschichte der Juden in unserer Stadt zu verweisen, und nicht nur auf die 12 Jahre Geschichte des Nationalsozialismus, so unbestreitbar ist auch, daß das sogenannte 'Dritte Reich' ein Teil dieser Gesamtgeschichte, und zwar der wichtigste und in seinen Auswirkungen gleichsam tragischste in der Geschichte unserer Stadt und Deutschlands ist."


Stimmen zum Buch:
"Ich bin voller Bewunderung für die liebevolle Genauigkeit, mit der Sie sich in die Geschichte der Ingelheimer Juden vertieft haben. Natürlich habe ich besonders die Teile über die NS-Zeit studiert. Es gibt ja jetzt mehrere solche Ortsgeschichten. Aber kaum eine scheint mir so gründlich recherchiert zu sein wie die Ihre..."
(Prof. Dr. Eberhard Jäckel, Historisches Institut der Universität Stuttgart)

"Die ausführliche und gründliche Dokumentation des Berufs- und Wirtschaftslebens, aber auch die Aktivitäten im Bildungsbereich und im kulturellen Leben Ingelheims, machen das Buch zu einer Fallstudie und einem Quellenschatz von allgemeinerer Bedeutung, die mir für den gesamten rheinhessischen Bereich, aber auch darüber hinaus, typisch erscheint. Das gilt auch für den reichhaltigen Quellenanhang ..."
(Prof Dr. Kurt Düwell, Historisches Seminar an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf)

Alle Aspekte dieser Beziehung [zwischen Deutschen und Juden] werden dokumentiert. Der Einzelfall Ingelheim wird damit zum Modell. Der Beitrag der Juden zur wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklung wird in der Studie, und zwar auf jeder historischen Stufe, umfassend dargestellt."
(Dr. Martin Lüdke, Literaturkritiker, SWR-Fernsehen, Mainz)

"Ein Memorbuch: Wer die alte Tradition der Memorbücher kennt, die früher von jüdischen Gemeinden geführt wurden, wird daran durch die Chronik der Juden im rheinhessischen Ingelheim, 'Sie sind mitten unter uns", unweigerlich erinnert ... Die folgenden Kapitel, die sich z.B. mit dem jüdischen Wirtschaftsleben und den gesellschaftlichen Interaktionen von Juden und Nichtjuden auseinandersetzen, die das jüdische Schulwesen und die Synagogengeschichte beschreiben, sind chronologisch und enden jeweils in den Jahren der NS-Zeit. Diese Art der Darstellung ist ungewöhnlich - und dabei doch äußerst angemessen ... Das gesonderte Kapitel über die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Ingelheimer Juden geht auf die Mechanismen, den Novemberpogrom 1938 und die Deportation der Juden aus Ingelheim sowie die wenigen Geretteten und Überlebenden ein. Ein großes Kapitel über die jüdischen Friedhöfe bei Ingelheim sowie ein Dokumentenanhang runden das Buch ab ... Wohltuend ist daher die Deutlichkeit Meyers, die in Bezug auf die Jahre nach 1933 manchmal auch einen spürbaren, wenngleich verhaltenen Zorn beinhalten. Ihm ist zu danken, daß dieses Werk erschien - und es ist zu hoffen, daß es eine große Verbreitung findet. Es könnte sogar zu einem Schulbuch werden, denn es zeichnet exemplarisch die Geschichte von Juden in einer Kleinstadt nach. Es sollte aber auf jeden Fall Vorbild werden für jene, die an jüdischer Regionalgeschichte arbeiten, denn hier war ein Profi am Werk und nicht ein historischer "Laienverein."
(Susanne Urban-Fahr, TRIBÜNE - Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, FrankfurtIMain, 4/1998)