Zum Jugendaustausch
siehe Pressestimmen Allgemeine Zeitung Karikaturen aus der KindheitTomi Ungerer - Deutsch-Israelischer Freundeskreis besucht Ausstellung Bei seinen Attacken gegen Gewalt, Unterdrückung und Dummheit hat der Karikaturist Tomi Ungerer stets durch größte kritische Treffsicherheit überzeugt. So kennt man ihn. Wie diese künstlerische Angriffslust in dem Schüler Tomi Ungerer während der deutchen Besetzung im Elsass geweckt wurde, zeigt derzeit die Ausstellung „Gedanken bleiben frei“ in der Gedenkstätte KZ Osthofen .
Für den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim eine willkommene Gelegenheit, diesen Lebensabschnitt des Künstlers bei einem Ausstellungsbesuch genauer kennen zu lernen, zumal durch sachkundige Führung wichtige historische Details dieser aus 250 Exponaten bestehenden Präsentation beleuchtet werden konnten. Im Kontext zu den Zeichnungen der frühen Jahre sieht der Besucher Dokumente aus der nationalso zialistischen Propaganda jener Tage. Der 1931 geborene Tomi Ungerer erlebte mit seiner Familie die Okkupation seiner Heimat durch deutsche Truppen und deutsche Bürokratie zwischen 1940 und 1945 hautnah. Er hat sein Umfeld scharf beobachtet, und häufig blitzt in seinen Zeichnungen der Witz auf, der später bei dem erwachsenen Künstler zur genialen Pointe reifte. Dokumente aus der Kindheit und aus Sammlungen hat Ungerer eigens für die Ausstellung in Osthofen ergänzt durch Collagen, die gegen Krieg und Gewalt gerichtet sind. Faszinierend vor allem die Video-Einspielung eines Interviews aus Anlass der Ausstellungseröffnung, in dem sich Tomi Ungerer zeigt wie er ist: kämpferisch und kompromisslos, aber auch von einer großen Liebe beseelt für das Schöne dieser Welt, die Landschaften, die Tiere, die Kinder. Die von dem Vorsitzenden Klaus Dürsch geleitete Besuchergruppe des Deutsch-Israelischen Freundeskreises begrüßte den Besuch in Osthofen als einen Beitrag politischer Bildung und kultureller Vertiefung zugleich.
„Geschichte erleben – die jüdischen Friedhöfe in Ingelheim am Rhein“ Ausstellung im Neuen Rathaus im April 2010, Neuer Markt 1
Grabstein auf dem Friedhof Im Saal
Foto: Michael Schlotterbeck.
Vom 9. – 26. April 2010 richtete der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim, e.V. in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Ingelheim im Neuen Rathaus eine Ausstellung zum Thema: „Geschichte erleben – die jüdischen Friedhöfe in Ingelheim am Rhein“ aus.
Auf 34 Bannern wurde dieses versteckte Kulturgut Ingelheims der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung ist Teil einer geplanten ausführlichen Dokumentation der jüdischen Friedhöfe von Ingelheim am Rhein. Die Grabstätten sind die letzten Zeugnisse der jüdischen Familien, die bis zu ihrer Vertreibung und Ermordung während der Jahre der nationalsozialistischen Diktatur in Ingelheim zu Hause waren. Vier jüdische Friedhöfe sind erhalten. Sie liegen Im Saal vor der Aula regia, in der Hugo-Loersch-Straße, im städtischen Friedhof in der Rotweinstraße und für Großwinternheim und Schwabenheim unter dem Schloss Westerhaus. Der älteste entzifferbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1726 und steht auf dem Friedhof Im Saal. Die letzte Beerdigung während der NS-Diktatur fand 1941 auf dem Friedhof an der Rotweinstraße statt. Auf manche Grabsteine ließen Familienangehörige später die Namen ihrer während der NS-Diktatur geflohenen oder ermordeten Angehörigen einmeißeln. Manchmal wussten sie nicht, wo ihre Verwandten gestorben waren. So wurden die bestehenden Familiengrabstätten zu Trauerorten und Gedenkstätten für die vermissten Familienmitglieder. Die Grabsteine aus dem 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden aus Sandstein gefertigt und sind stark verwittert. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis Ingelheim e.V. ließ alle Grabsteine in ihrem Jetzt-Zustand fotografieren. Der Vereinsvorsitzende Klaus Dürsch nahm die Daten auf und übersetzte die Schriftzeichen. Dank der Vorarbeit des Ehrenvorsitzenden Hans-Georg Meyer sowie der Aufstellung der Familienlisten durch Robert Blum lassen sich viele Grabsteine zuordnen. Die Ausstellung vermittelt mit Hilfe von Fotos, Texten und Dokumenten einen Eindruck über die Friedhöfe und die Menschen, die dort begraben liegen. Sie wurde durch den Vorstand des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim, e.V. zusammengestellt. Die Redaktion hatten Klaus Dürsch und Petra Harth-Meyer. Fotodesigner Michael Schlotterbeck machte die Aufnahmen, Paul Enste, Creative Time, Mainz, gestaltete die Charts und Saase Print Service, Ingelheim, führte den Druck aus.
Im November 2008 besuchten aus Ingelheim stammende Juden und ihre Angehörigen auf Einladung der Stadt Ingelheim am Rhein und des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Ingelheim e.V., teils zum zweiten Mal nach 1998, die Stadt ihrer Herkunft. Auch der Besuch der Friedhöfe stand auf dem Programm. Dabei wurde deutlich, dass hier über mehrere Generationen hinweg Begräbnisstätten der Vorfahren der Besucher erhalten sind. Schülerinnen und Schüler der Ingelheimer Schulen führten damals die Gäste zu den Gräbern ihrer Angehörigen. Die Friedhöfe haben also einen Bezug zu heute lebenden Menschen in Argentinien, Israel und den USA. Die Friedhöfe sind ein Bindeglied zu den jüdischen Bürgern überall in der Welt, die selbst oder deren Vorfahren emigrierten oder fliehen mussten. Dies sollte uns eine wichtige Motivation sein, die Grabstätten und Friedhöfe zu pflegen und zu erhalten.
Die Friedhöfe zeigen weiterhin, dass sich Juden und Christen in Rheinhessen gegenseitig beeinflussten. Viele der auf den jüdischen Grabsteinen erhaltenen Stilelemente fanden sich auch auf christlichen Friedhöfen wieder. So geben sie mitunter Aufschluss über die Gestaltung von Grabstätten, die nicht mehr erhalten sind.
Nach fast 70 Jahren fand Anfang 2010 wieder eine jüdische Beerdigung statt. Die Ausstellung wurde am Freitag, dem 9. April durch Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard und den DIF-Vorsitzenden Klaus Dürsch eröffnet. >>>>Pressestimmen : Lokaler Anzeiger Allgemeine Zeitung Ingelheim Fotos: Petra Hardt-Meyer Unserem Ehrenvorsitzenden Hans-Georg Meyer gratulieren wir zur Verleihung des Landesverdienstordens Rheinland-Pfalz Ministerpräsident Kurt Beck hat am 7.12.2009 zehn verdiente Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Sie erhalten damit für herausragende Leistungen und besondere Verdienste die höchste Auszeichnung, die Rheinland-Pfalz zu vergeben hat. Hans-Georg Meyer und Ministerpräsident Kurt Beck „Unser Land ist auf Bürgerinnen und Bürger angewiesen, die freiwillig Aufgaben übernehmen und sich an der Verantwortung für das Gemeinwohl beteiligen“, sagte der Ministerpräsident bei der Ordensverleihung in der Staatskanzlei.
Die zehn Männer und Frauen hätten auf den verschiedensten Gebieten Hervorragendes geleistet, im Hochschulbereich, beim Einsatz für die rheinland-pfälzische Partnerschaft mit Ruanda, im Energiebereich, in der Kommunalpolitik, für den deutsch-israelisch-palästinensischen Dialog oder in der Behindertenhilfe. „Alle Ordensträgerinnen und Ordensträger verbindet, dass sie ihre Begabung nicht nur für sich selbst nutzen, sondern auch für andere einsetzen. Sie bereichern unser Land und haben dazu beigetragen, es voranzubringen“, so der Ministerpräsident. In der Laudatio heißt es zu Hans-Georg Meyer: "Hans-Georg Meyer hat sich in besonderer Weise um die deutsch-israelisch-palästinensischen Beziehungen sowie um die Versöhnung mit den Opfern des Nationalsozialismus verdient gemacht. Von 1987 bis 1993 war Herr Meyer zunächst stellvertretender, von 993 bis 2005 Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Schwerpunkte seiner beruflichen Tätigkeit lagen hier besonders in der Gedenkarbeit und der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit. Vor allem die inhaltliche, organisatorische und bauliche Realisierung der Konzeption für die beiden Gedenkstätten KZ-Osthofen und SS-Sonderlager/KZ Hinzert ist in großem Umfang von Herrn Meyer erarbeitet und umgesetzt worden und wäre ohne sein weit über das normale Maß hinausgehende Engagement und seine Vernetzung mit den Organisationen der deportierten Nazi-Opfer in den Nachbarländern in dieser Weise nicht möglich gewesen. Das Thema begleitet ihn auch im Ruhestand – gegenwärtig arbeitet er an dem von ihm initiierten Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" mit. Er hat darüber hinaus viele Jahre die Kontakte zu ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens aus Ingelheim in Israel, den USA und Argentinien aufgebaut und gepflegt und bereits 1983 den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V. gegründet, dessen Vorsitzender er bis 2003 war. Von 1989 bis 1995 war er außerdem Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – Arbeitsgemeinschaft Mainz – und darüber hinaus von 1990 bis 1995 auf Bundesebene Mitglied des Präsidiums. 1995 gehörte der zu Ehrende zu den Gründungsmitgliedern und zeitweise Vorstandsmitgliedern des Vereins "Givat Haviva Deutschland e.V.", einer Bildungs- und Begegnungsstätte zwischen Tel Aviv und Haifa, die sich für die jüdisch-arabische Verständigung einsetzt. In besonderer Weise hat sich Hans-Georg Meyer auch für die Einbeziehung von Kunst und Kultur in die politische Bildung eingesetzt. Auf seine Initiative gehen beispielsweise die in diese Form einmaligen deutsch-israelisch-palästinensischen Autorentreffen in Rheinland-Pfalz zurück, bei denen inzwischen mehr als 100 Autorinnen und Autoren zu einem Gedankenaustausch zusammenkamen.
Herr Meyer hat darüber hinaus an der Entstehung zahlreicher Publikation als Autor oder Herausgeber mitgewirkt." Quelle: Die Landesregierung siehe auch AZ vom 12.12.2009 Neve Hanna ein besonderes Kinderheim stellt sich in Ingelheim vor.
„Neve Hanna“ ist ein israelisches Kinderheim in Kirjat Gat, am Rande der Wüste Negev und bedeutet „Oase der Hanna“. Etwa 70 Kinder im Alter von 4-18 Jahren leben hier in familienähnlichen Wohngruppen beisammen. Das Heim hat eine in Deutschland beginnende Geschichte. Die Gründerin Hanni Ullmann, wuchs in einem Kinderheim in Berlin auf und flüchtete 1933 nach Palästina. Bis heute prägt diese Gegebenheit das Heimleben. Jährlich helfen deutsche Freiwillige bei der Bewältigung des Alltags und halten auch lange nach ihrem Freiwilligendienst einen engen Kontakt zu Kindern und Erzieher des Heims. Auf Initiative des deutsch-israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V. berichtete der Heimleiter David Weger am 16. November in der IGS und der Kaiserpfalz Realschule Ingelheim. Herr Weger berichtete über das Leben im Heim. Er machte auf die Schwierigkeiten aufmerksam, die sich daraus ergeben, dass die Herkunftsfamilien aus vielen Ländern kommen. So wenden sie bei den Kindern aus Äthiopien beispielsweise eine Tanztherapie an. Er stellte das Friedensprojekt vor, einen gemischten Tageshort, den jüdische und beduinische Kinder besuchen. Hier wird hebräisch und arabisch gesprochen. In einer Bäckerein können die Kinder lernen, was es heißt, sich mit Arbeit ein Taschengeld zu verdienen. So sollen sie darauf hin geführt werden, selbst für ihren Lebensunterhalt aufzukommen und nicht wie viele ihrer Eltern von Sozialhilfe zu leben. Der Gründerin Hanna Kaphan, einer Berliner Pädagogin, die 1929 nach Palästina auswanderte, war die Verbindung nach Deutschland immer wichtig. Deshalb arbeiten deutsche Volontäre in dem Projekt mit. Weger lud insbesondere die Zehntklässler zu einem Einsatz in Neve Hannah ein. Der Deutsch-Israelische Freundeskreis will mit der Organisation einen intensiveren Kontakt aufbauen.
Weitere Informationen über Neve Hanna auf www.nevehanna.org Die Gedenkveranstaltung für die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft fand am Montag, 9.11.09, um 18.00 Uhr an der Stele auf dem Synagogenplatz, Ober-Ingelheim statt. Gerhard Grunwald von der AZ-Ingelheim schrieb dazu in der AZ vom 10.11.2009 : GEDENKFEIER Bürger erinnern an Ausschreitungen in Pogromnacht am 9. November 1938 Rund 60 bis 70 Bürger haben gestern Abend der Pogromnacht am 9./10. November 1938 gedacht, in der es auch in Ingelheim zu Ausschreitungen gegen Menschen jüdischen Glaubens gekommen ist. Eingeladen zu der Gedenkfeier auf dem Synagogenplatz in Ober-Ingelheim hatte der Deutsch-Israelische Freundeskreis. Dessen Vorsitzender Klaus Dürsch erinnerte in seinen einleitenden Worten daran, dass an genau diesem Platz früher die Synagoge gestanden habe. Das Gotteshaus sei vor 71 Jahren von Ortsgruppenleiter Matthes und dessen Kumpanen zerstört worden. Dürsch rief dazu auf, der Menschen zu gedenken, die während der NS-Diktatur ermordet und ihres Besitzes beraubt wurden. Beispielhaft schilderte Dürsch das Schicksal der Eheleute Karl und Lilly Neumann. Die Juden, die in den 1930er Jahren in der Bahnhofstraße eine Weinhandlung betrieben, wurden von den Nazis ins Konzentrationslager nach Theresienstadt deportiert und dort in den 1940er Jahren ermordet. Heute erinnern zwei sogenannte Stolpersteine in der Bahnhofstraße daran, dass hier einmal das Paar gewohnt hat. "Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass es künftig keinen schweigenden Mehrheiten mehr gibt. Wir müssen die Stimme erheben gegen Rassismus, Intoleranz und Gewalt", sagte Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard in seiner Ansprache. "Das Pogrom war ein Alptraum für alle jüdischen Menschen, auch hier in Ingelheim", erinnerte Gerhard daran, dass überall in Deutschland im November 1938 die Synagogen brannten und der braune Mob Mitbürger drangsalierte, die nichts Unrechtes getan hatten. "Nur weil sie Juden waren, mussten sie leiden. Millionen fielen den Nazis zum Opfer", verwies der Oberbürgermeister auf das düsterste Kapitel deutscher Geschichte. Nur wenn die Erinnerung an das unmenschliche Geschehen wach gehalten und auch der Jugend vermittelt werde, bestehe die Hoffnung, dass sich Gleiches nicht wiederhole. Gerhard legte zum Gedenken an die ermordeten Juden ein Gebinde an der Mahnstele auf dem Synagogenplatz nieder. Pfarrer Tobias Schäfer von der katholischen Pfarrei St. Remigius sprach ein Gebet, in dem er um Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt bat. Der SWR sendete in der Rubrik F E A T U R E , K U L T U R , R E P O R T A G E in SWR 2 Rheinland-Pfalz am 7.11., 22.03 - 23.00 Uhr das Feature: „Wir sind die Letzten. Fragt uns …“ Ingelheim am Rhein – eine Kleinstadt stellt sich ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit Von Jeanette Schindler "Auf einmal kamen so Stimmen hier auf, 'ach, ihr habt dem Jude Koch sein Haus gekauft' ." Als eine Bürgerin aus Ingelheim ihr neu erworbenes Anwesen bezieht, wird sie unwillkürlich mit der Geschichte des Hauses konfrontiert. Fragen drängen sich auf, die viele Bürger der Kleinstadt beschäftigen: Was war in der Pogromnacht im November 1938 geschehen? Was wurde aus dem Besitz der vertriebenen jüdischen Familien? "Ingelheim im Nationalsozialismus" heißt das Projekt, mit dem die Stadt am Rhein Licht in ein dunkles Kapitel ihrer Vergangenheit bringen will. Anders als in anderen Städten ist jeder einzelne aufgerufen mitzumachen. Schon seit Anfang der 1980er-Jahre versucht die Stadt auf verschiedenen Wegen, die Verfolgung und Ermordung ihrer jüdischen Mitbürger aufzuarbeiten. Im November 2008 kam eine Gruppe ehemaliger Ingelheimer Juden zu Besuch – die letzen Zeugen jüdischen Lebens in der Kleinstadt. Die heute fast 90-Jährigen appellieren an die Jugend: "Lasst nicht zu, dass so etwas wieder geschieht. Seid tolerant und setzt euch ein, wenn ihr Unrecht seht." Es liegt nahe, auch die muslimische Minderheit in Ingelheim zu Wort kommen zu lassen. Türken erzählen über ihr Leben in der Stadt - und einer von ihnen nimmt sich sogar Urlaub, um den aus den USA angereisten Juden Harry Neumann zu treffen.
Anlass des Feature ist das Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" Auch Harry Neuman, der im November 2008 im Rahmen der Begegnungswoche zu Gast war, kommt dort zu Wort.
Am Literaturabend las Frau Ursula Krechel in der Ingelheimer Stadtbücherei am Mittwoch, 4.11.2009 vor vollem Haus aus ihrem 2008 erschienenen Roman Shanghai fern von wo Es ist ein grandioses Erzählpanorama über die jüdischen Emigranten in der internationalen Stadt Shanghai im Jahre 1938- 1945. Sie erzählt in ihrem Roman die Geschichte der 18.000 Juden, die vor der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus nach Schanghei fliehen konnten. Acht Lebensgeschichten flicht sie ineinander. Frau Karola-Maria Arnold-Titakis schrieb dazu in der AZ vom 7.11.2009 : "Fast 30 Jahre erforschte Krechel das Thema, beleuchtete es von verschiedenen Seiten, sprach mit Zeitzeugen und schrieb zwischendurch ein Hörspiel darüber. Endlich, im Jahr 2008, erschien ihr über 500 Seiten langes Andenken an die relativ kleine Anzahl Mutiger, die sich damals in das fremde China wagte. Klaus Dürsch vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis schätzt an dem umfangreichen Werk die sorgfältig recherchierten und gut beschriebenen persönlichen Situationen im chinesischen Exil, die eine gewisse Ähnlichkeit zu den Erfahrungen aufwiesen, die auch Ingelheimer Auswanderer in anderen Ländern gemacht hätten. Dem interessierten Publikum brachte Krechel an diesem Abend die Geschichte der Rosenbaums näher. Ein jüdischer Jurist, der es sich zur Leidenschaft machte, die Lücken in den deutschen Gesetzen zu suchen und auch dann eine solche fand, als es darum ging, eine verbotene Ehe zu einer Deutschen einzugehen. Nach der Heirat in Prag flüchtete das Paar nach Shanghai. Dort führte es ein Handschuhgeschäft und verhielt sich möglichst unauffällig. Alles lief verhältnismäßig gut, bis ihnen ein kleiner Fehler unterlief. Es sind tragische Geschichten, die "mit strenger Schrift" geschrieben werden wollten, verdeutlichte die Autorin ihre Vorgehensweise. "Alle Personen und Fakten der Lebensläufe sind aus Dokumenten entnommen". Sie selbst habe nur Veränderungen der Musik, des Rhythmus" vorgenommen, versicherte sie. Die "blumenreiche Sprache" kommt auch bei den Zuhörern gut an. Im Anschluss an die Lesung beantwortete die Berlinerin selbstbewusst alle Fragen aus dem Publikum. Bei der Frage nach der Idee zu diesem Text schwelgte sie in mannigfaltigen Erinnerungen bis zurück in die 1980er Jahre und ihrem ersten Besuch in der Volksrepublik. Auch in ihren weiteren Ausführungen erwies sich Ursula Krechel als Expertin auf ihrem thematischen Gebiet. Demzufolge plant die 1947 in Trier geborene Autorin bereits eine Art Fortsetzung." Krechel wollte mit ihrem Buch ein Denkmal für die Juden in Schanghai setzten. Die acht Lebensgeschichten, die sie in ihrem Buch verwob, sind nicht erfunden, ihre Erfahrungen können viele Menschen nachvollziehen, die ins erzwungene Exil fliehen mussten. Lediglich die Übergänge entspringen der Fantasie der Autorin. Dass Frau Tausig den Lebensunterhalt für sich und ihren Mann ihren Kochkünsten zu verdanken hat, ist wahr. Dass sie die Frühlingsrolle erfunden hat, ist Dichtung. Inzwischen macht die Behauptung die Runde, die Frühlingsrolle sei die Erfindung einer Wiener Jüdin. So überzeugend kann Literatur klingen ....... Ursula Krechel wurde 2009 mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet.
Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit zwischen dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V., der Stadtbücherei und dem Weiterbildungszentrum statt. _____________ Am Samstag, den 10.10.2009 führte Dany Bober etwa 80 Zuhörerinnen und Zuhörer in der Versöhnungskirche in Ingelheim-West auf  Eine Jüdische Zeitreise durch drei Jahrtausende und über die ganze Erde. Dany Bober wählte die in der Zeit der Weimarer Republik auf deutschen Kleinkunstbühnen beliebte Form des "Features". Hierbei tragen die unterschiedlichsten Stilelemente wie Lieder, Berichte, Mundartgedichte und Humor zu einem kurzweiligen und doch informativen Abend bei. Von teilweise eigenen Vertonungen der Psalmen König David und Salomo führte sein Programm über das babylonische Exil, die hellenistische und römische Zeit in das mittelalterliche Spanien und nach Aschkenas (Mitteleuropa) und zu den jiddischen Volksweisen Osteuropas. Zwischen den Liedern erzählte er die Geschichte, die den Rahmen zu seinen Liedern bildete: Anekdoten, Prosa und Gedichte aus der biblischen Zeit, der jüdischen Emanzipation aus Frankfurt am Main und dem Berlin des 19ten Jahrhunderts. Er flocht auch seine eigene Lebensgeschichte ein. Er wurde als Kind deutscher Eltern, die vor der Nazi-Diktatur in das britische Mandatsgebiet flohen, kurz nach der Staatsgründung in Israel geboren. Seine Eltern kehrten mit ihm nach Deutschland zurück. Mit viel Humor führte er das Publikum durch traurige und freudige Ereignisse in der jüdischen Geschichte. Er beendete seinen Vortrag mit Liedern und Anekdoten aus Israel und den Vereinigten Staaten und Friedensgebeten aus der jüdischen Gebet. Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde und dem Weiterbildungszentrum Ingelheim satt. Karola Arnold-Tikakis schrieb dazu in der Allgemeinen Zeitung Ingelheim: Es war eine historische und geografische Reise durch die Geschichte des Judentums auf die Dany Bober sein Publikum mitnahm. Mit einem "herzlichen Schalömsche" stellte sich der in Ingelheim bereits durch Auftritte beim Eurofolkfestival bekannte Musiker vor. Der 1948 in Israel geborene Dany Bober kam mit seinen Eltern nach dem zweiten Weltkrieg zurück in die Geburtsstadt seines Vaters, Frankfurt am Main. Seit 1976 lebt er in Wiesbaden. Veranstalter dieses informativen als auch kurzweiligen Abends in der Versöhnungskirche waren der Deutsch-Israelische Freundeskreis und das Weiterbildungszentrum Ingelheim. Auf verständliche Weise und mit bedecktem Haupt trug Bober vertonte Psalmen von König David vor. Bei gedämpftem Licht ging die Reise weiter über das babylonische Exil und die persische Herrschaft. Er spielte auf seiner akustischen Gitarre die israelische Nationalhymne, danach folgte eine Lesung und wieder ein Lied. Lustige Lieder, Liebeslieder als auch Schlaflieder fanden sich in seinem Repertoire. Die Vielfältigkeit der jüdischen Kultur blickte durch, weil Bober von bekannten traditionellen Melodien über Flamencoklänge der Juden des spanischen Mittelalters in Andalusien, Partisanenlieder aus der Zeit des Nationalsozialismus bis hin zu einem der ausgelassensten Volkslieder: "As de Rebbe tanzt", alles mit einbrachte. Es ist die "ausgelassene Fröhlichkeit der chassidischen Juden mit den Schläfenlöckchen in New York", erzählt Bober. Die Lieder trug er auf drei verschiedenen Sprachen vor, Hebräisch, Jiddisch und Hochdeutsch, wobei sich immer wieder mal sein Hessisch daruntermischte. Die Zuhörer waren begeistert von soviel Fröhlichkeit in den Gesängen, denn Dany Bobers Stimme und die Texte dominierten über die Melodien. "Man kann sich so gut rein versetzen auch wenn man das Hebräisch nicht versteht". "Er kann seinen Enthusiasmus auf die Zuhörer übertragen", empfand das Publikum, das für diesen Anlass auch aus Nachbarstädten anreiste. Doch auch ohne Musik konnte Bober seine Zuhörer mitreißen. Bei der Erwähnung des "Haman" in einer seiner Geschichten, der ein mieser Charakter gewesen sei, wurde auf seine Bitte hin und so wie es Tradition in den Synagogen sei, ein schallender Lärm veranstaltet. Viele historische und gesellschaftliche Zusammenhänge wurden im Laufe des Abends angesprochen. Zum Nachdenken regten die besinnlichen Lieder an "die trotz allem Leid charakteristisch für deren Humor sei", verwies Bober auf den schwarzen Humor der Juden, wovon er gerne eine kleine Kostprobe gab. Unter den Nachlässen seines Vaters hätten sich auch einige Witze befunden, die er zusammen mit persönlichen Anekdoten gegen Ende der liebevoll vorgetragenen "Jüdischen Zeitreise" noch zum Besten gab." AZ-Ingelheim Am Donnerstag, den 8. Oktober 2009veranstaltete das Sebastian-Münster Gymnasium Ingelheim in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis ein Zeitzeugengespräch mit Sally Perel. Sally Perel brauchte mehr als vierzig Jahre, um das Trauma seines Lebens in Worte zu fassen. Aber mit dem Beschluss, dies zu tun, verpfichtete sich Sally Perel selbst, eine Aufgabe zu übernehmen, nämlich im Sinne von Steven Spielbergs Zitat: „Zeitzeugen sind Lehrer“ In zwei Veranstaltungen sprach er zu Schülerinnen und Schülern des Sebastian-Münster-Gymnasiums vor allem aus der 10. und 11. Jahrgangsstufe und der Kaiserpfalz-Realschule. Vor der Begegnung mit dem in Israel lebenden Zeitzeugen wurde die Verflmung von Sally Perels autobiographischem Buch „Ich war der Hitlerjunge Salomon“ gezeigt (Filmtitel: „Hitlerjunge Salomon“). Björn-Christian Schüßler schrieb dazu in der AZ-Ingelheim: "Eindrucksvoll schilderte Perel, der seit 60 Jahren in Israel lebt, was er gedacht und empfunden hat in seiner Jugend, die zwischen 1933 und 1945 zerrissen war zwischen jüdischem Glauben, dem äußeren Merkmal der Beschneidung und nationalsozialistischem Gedankengut, "das für mich logisch und überzeugend klang und wie Gift in mein junges Gehirn getropft wurde". Aufmerksam und ehrfürchtig lauschten die Schülerinnen und Schüler der zehnten und elften Klassen des Sebastian-Münster-Gymnasiums seinen Worten. Per Zufall hatte Geschichtslehrer Franz Diehl von Perels Herbsttour gehört und sofort die Chance ergriffen, ihn einzuladen. Sally Perel wurde 1925 in einer jüdischen Familie in Peine geboren und verlebte eine glückliche Kindheit. Doch mit den Nürnberger Rassengesetzen 1935 war der Schutz für den Zehnjährigen vorbei. "Da begann der gesetzliche Völkermord", sagte Perel. Die Familie flüchtete nach Lodz ins westliche Polen, doch mit dem Kriegsbeginn 1939 gerät sie erneut in Gefahr. Sallys Mutter schickte ihn und seinen ältesten Bruder Isaak in den russisch besetzten Teil Polens, in dem Sally vom Bruder getrennt wurde, zwei Jahre in einem Waisenhaus lebte und Russisch lernte, ehe eine erneute Flucht vor der angreifenden Wehrmacht scheiterte. Vor der Ausweiskontrolle vergrub Perel seine gesamten Papiere. "Der Soldat fragte mich: Bist du Jude? - Ich sagte, ich bin kein Jude, ich bin Volksdeutscher", beschrieb Perel den entscheidenden Moment - eine lebensrettende Lüge. Als Josef Peters, der für die Nazis in Russland übersetzte, wurde der "Jupp" sehr beliebt, fand im homosexuellen Sanitätsunteroffizier Heinz Kelzenberg einen Verbündeten und Freund und in der deutschen Uniform einen willkommenen Deckmantel für seine jüdische Abstammung. Als 16-Jähriger wurde Perel an die Adolf-Hitler-Schule in Braunschweig und in die Hitlerjugend geschickt. Ein Jude in der Hitlerjugend? Sally Perel spielte mit, um zu überleben, jedoch in ständiger Angst, sich zu verraten. Vor allem, zu wissen, dass das eigene jüdische Volk in Gaskammern vernichtet wird, er selbst aber auf der Straße "Heil Hitler" ruft, spaltete seine Seele. "Wir in der Hitlerjugend wurden zu Hass erzogen. Ich habe mich nicht nur als Hitlerjugend verkleidet, ich wurde es", sagte Perel mahnend. "Ich erzähle nun meine Geschichte, um mit der vollen Wahrheit den Verstand zu erleuchten." Deutsche und Juden blieben noch Generationen lang Auschwitz-Invaliden, sagte Perel. Gleichzeitig vermittelte der 84-Jährige mit Charme, Humor und mit Ernsthaftigkeit, dass er kritische Jugend schätzt und Toleranz einfordert. "Es gibt kein auserwähltes Volk", das wurde zu seiner Lebensweisheit." Die Veranstaltung des Sebastian-Münster-Gymnasiums Ingelheim fand in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V. und der Unterstützung durch den Kreis Mainz-Bingen und den Sebastian-Münster Verein statt. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, den 13. September fand eine Führung über den jüdischen Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße in Ingelheim durch Klaus Dürsch statt.

Foto: Michael Schlotterbeck Auf dem Friedhof wurden die Ingelheimer Juden von 1836 – 1938 begraben. Die Grabsteine erinnern an die jüdischen Menschen, die während dieser hundert Jahre in Ingelheim gelebt haben. Dürsch erinnerte die ca. 50 Besucherinnen und Besucher insbesondere an den Besuch Ingelheimer jüdischer Bürger, die im November 2008 in Ingelheim zu Besuch waren. Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen führten die Gäste zu den Grabsteinen ihrer Vorfahren. Es wurde deutlich, dass viele Familien ihre Vorfahren bis ins frühe 19. Jahrhundert auf diesem und den anderen Friedhöfen in Ingelheim finden konnten.
In Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungszentrum Ingelheim.
Ein ganz besonderer Kochkurs fand unter dem Titel Jüdische Spezialitäten
statt. Der DIF lud zu diesen festlichen Kochkurs mit Erklärungen zu jüdischen Traditionen und Gebräuchen am 4.9.2009 zum Tag der Europäischen Jüdischen Kultur ein. Dieser Tag stand 2009 unter dem Thema „CELEBRATIONS AND TRADITIONS“. Anat Kozlov kochte mit 11 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Küche der Pestalozzi-Schule. Die hervorragende Köchin stammt selbst aus Israel und lebt heute in Frankfurt. Sie bereitete mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein komplettes Menu aus Gerichten zu den Festen im jüdischen Monat Tischri (September/Oktober). Dies sind die hohen jüdischen Feiertage Rosch Haschana (Neujahr), der Große Versöhnungstag, das Laubhüttenfest, und das Fest der Torafreude.
Diese Veranstaltung fang in Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungszentrum Ingelheim statt.
Unter dem Thema Israel heute berichtete am Montag, den 25.05.2009 unser Ehrenvorsitzender Hans-Georg Meyer von seinem Besuch in Israel in der Zeit vom 13. bis 18. Mai 2009 Er sprach in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv, unter anderem mit Vertretern der Konrad-Adenauer- und Friedrich-Ebert-Stiftung, dem Leiter der Deutschen Vertretung in Ramallah und dem Israelischen Außenministerium.Er gab einen Überblick über die aktuelle Lage in Israel und berichtete von der neuen Regierungsbildung. Pressemitteilung: Mit dieser Regierung ist alles und nichts möglich
Der Ehrenvorsitzende des DIF Ingelheim, Hans-Georg Meyer, erläuterte nach einem fünftägigen Arbeitsaufenthalt mit vielen Gesprächen in Israel seine Sicht der Nahost-Problematik, anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung des Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim im WBZ. Dabei ist er davon überzeugt, dass die wahre Hoffnung und Hilfe zur Lösung der Probleme in den USA, bei Barak Obama und Hillary Clinton, liegt.
Die Sechs-Parteien-Regierung in Israel, mit 30 Ministern (25 % der Parlamentsabgeordneten sind damit Minister), biete keine Garantie, um die vorhandenen aktuellen Probleme, wie die Bewältigung der Wirtschaftskrise und tatsächliche Schritte hin zu einem Friedensprozess zu lösen. Dazu komme die schwierige Situation durch die Berufung eines, so Meyer, rassistischen Parteivorsitzenden zum Außenminister. Dieser hatte in der Vergangenheit mehrfach durch untragbare Vorschläge auf sich und seine rechts-nationalistische Partei Yisrael Beitenu aufmerksam gemacht. So regte er 2002 die Bombardierung des Assuan-Staudamms an, empfahl 2003, statt 350 palästinensische Gefangene freizulassen, diese im „Toten Meer zu ertränken“ und schlug 2006 vor, Parlamentsabgeordnete, die Verbindungen zur Hamas und/oder Hisbollah pflegen, wie „Nazi-Kollaborateure“ hinzurichten. Andererseits habe sich in der Vergangenheit aber auch gezeigt, dass gerade rechte, konservative Regierungschefs Regelungen getroffen haben, die man nicht erwartet hätte. Zumal Bibi Netanyahu als Regierungschef weiß, dass bei einem Anerkenntnis der Zwei-Staaten-Lösung, Zipi Livni von der Kadima-Partei bereit stünde, um in die Koalition einzusteigen, sollten die „kleinen“ Parteien aus der Regierung austreten.
Fest stehe auch, dass Barak Obama und seine Außenministerin eine Zwei-Staaten-Lösung anstrebten. Es komme nun darauf an, so Hans-Georg Meyer, ob in den USA auch genug Mut vorhanden ist, Druck auf Israel auszuüben. Dass dies erfolgreich sein könne, belegte er an den Beispielen der amerikanischen Präsidenten Carter, Bush sen. und Reagen. Carter hatte den Friedensvertrag mit Ägypten durchgesetzt, Bush sen. war mit seiner Entscheidung, mehrere Milliarden Dollar für Israel wegen dessen Siedlungspolitik auf Eis zu legen, indirekt am Sturz der Shamir-Regierung beteiligt und Reagan genehmigte, gegen geharnischten Protest aus Israel und jüdischen Verbänden in den USA, den Verkauf von AWACS-Aufklärern an Saudi-Arabien. Daraus sei zu folgern, so der Referent, dass es erfolglos sei, gegen einen populären amerikanischen Präsidenten zu opponieren, der einen Frieden zwischen Arabern und Israelis herbeiführen wolle.
Die israelische Regierung unter Bibi Netanyahu habe eigentlich keine Chance, den Friedensprozess zu verlangsamen, wenn die amerikanische Führung dies nicht wolle, so Meyer. „Damit ist klar, die Lösung, wenn man sie denn jetzt wirklich will, liegt in Washington“, so der Ehrenvorsitzende des DIF.
Am Sonntag, den 3. Mai fand im Weiterbildungszentrum Ingelheim ein Konzert unter dem Titel statt: Höre, Israel - Dein Land komponiertEin musikalisches Portrait des Landes Israelund eine kleine musikalische Hommage zum 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn-Bartholdi.
Die Pianistin Dr. Ofra Yitzhaki spielte an diesem Abend und führte in die Werke ein.
Dr. Ofra Yitzhaki stellte in dieser musikalischen Darbietung Israel aus dem Blickwinkel seiner Komponisten dar. Die Pianistin gab einen Überblick über die klassische israelische Musik von den 30-er Jahren bis heute und eröffnete dadurch eine ungewöhnliche Perspektive auf die Gegensätze innerhalb der israelischen Gesellschaft: die Konflikte zwischen Ost und West, jüdischer Identität und israelischer Sehnsucht nach europäischer Kultur und Ablehnung derselben, die „melting pot“-Ideologie und die Erhaltung der Besonderheiten einzelner Einwanderungsgruppen, der Zwiespalt zwischen persönlicher Verwirklichung und der Verwirklichung der zionistischen Ideale.  Dr. Ofra Yitzhaki wurde von der israelischen Zeitung Ha’aretz als „eine herausragende israelische Künstlerin” beschrieben. Sie promovierte an der Juilliard School in New York mit einer Dissertation über israelische Klaviermusik aus historischer Perspektive. Ihr Programm “Höre, Israel – dein Land komponiert” basiert auf dieser Forschung und ihrer Zusammenarbeit mit vielen israelischen Komponisten. Für das Jahr 2009, das Jubiläumsjahr des großen jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, wird dieses Programm von einigen der schönsten Klavierstücke Mendelssohns ergänzt. Ofra Yitzhaki gewann den Solowettbewerb des Van Cliburn Instituts und den „Carnegie Hall Millennium Piano Book“ Wettbewerb. Mit einem Repertoire, das von Bach bis zu den Komponisten ihrer eigenen Generation reicht, trat sie in den letzten Konzert-Saisonen in Kon-zerthallen in New York, Chicago, San Francisco, Berlin, Frankfurt, Weimar, Taipei, Montreal, Bukarest, Zürich, Bern, Tel Aviv und Jerusalem auf.
aus: Wochenblatt vom 7. Mai 2009 Das Konzert wurde durch den Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V. in Kooperation mit der Musikschule im Weiterbildungszentrum Ingelheim veranstaltet. Heike Sobotta schrieb dazu in der AZ vom 5.5.2009: (soh). Der Deutsch-Israelische Freundeskreis (DIF) hatte in Kooperation mit Musikschule und Weiterbildungszentrum zum Konzert geladen. Im großen Saal des WBZ servierte die Pianistin Ofra Yitzhaki ein abwechslungsreiches, kontrastreiches Konzert. Dabei spazierte sie durch die Werke jüdischer Komponisten aus Romantik und Gegenwart. "Sie dürfen ein ganz besonderes Konzert erwarten mit Musik, die hier nicht so bekannt ist und vielleicht doch vertraut klingt", kündete DIF-Vorsitzender Klaus Dürsch, die mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnete Pianistin an - eine Pianistin, die heute in Hamburg lebt und bereits an "vielen berühmten Orten der Welt Konzerte gab", so Dürsch weiter. Ihre Promotion erhielt sie von der Juilliard School New York mit einer Dissertation über israelische Klaviermusik. Das Konzert in Ingelheim stand unter der Überschrift "Höre Israel, dein Land komponiert". Ofra Yitzhaki gestaltete es als Gesprächskonzert, in dem sie die Komponisten vorstellte und in die Werke einführte. Dabei gab sie in der ersten Hälfte einen Überblick über klassische Musik aus Israel zwischen 1933 und Ende des 20. Jahrhunderts. Musik, die von Elementen der chassidischen Welt, von Klezmer, der orientalisch-arabischen und europäischen Kultur inspiriert ist; Musik, die teils sehr expressionistisch angelegt ist und doch nie unmelodiös klingt; Musik, die in Israel in Konzertsälen zuhause ist, bei uns aber nur wenig bekannt ist: von Marc Lavry, Nizan Leiboviich, Paul Ben-Haim und Daniela Cohn-Levitas. Der zweite Teil gehörte in erster Linie dem 1809 geborenen Felix Mendelssohn Bartholdy, der als Sohn jüdischer Eltern zur Welt kam. Mit seinen "Sechs Liedern ohne Worte" und dem "Rondo Capriccioso" entführte die Pianistin in vertraute Klangwelten, in die geschmeidig-weichen Melodien der Romantik von Mendelssohn. Selbst die zupackenden Phrasen gestaltete Ofra Yitzhaki musikalisch einschmeichelnd, schuf so einen Spannungsbogen, der fesselte. Immer wieder umspielte ein feines Lächeln während der einzelnen Stücke ihre Lippen, spiegelte ihre Musizierfreude. Mit israelischen Liedern, die normalerweise gesungen werden und von der Schönheit des Landes, des Himmels und der Menschen erzählen, schloss die Pianistin den Kreis und kehrte musikalisch in ihr Heimatland zurück. Als Zugabe spielte die Pianistin Bachs "Zion hört die Wächter singen" - traumhaft schön gespielt.  Am 24. März 2009 um 19.30 Uhr fand ein Zeitzeugengespräch mit Frau Dr. h. c. Anneliese Knoop-Graf im Ratssaal im Ingelheimer, Rathaus statt.
Dr. h. c. Anneliese Knoop-Graf, geb. am 30. Januar 1921 in Euskirchen, ist die jüngste Schwester von Willi Graf, einem Mitglied der Widerstandsbewegung „Die Weiße Rose“. Sie war nicht direkt in die Widerstandspläne der Gruppe eingeweiht, denn ihr Bruder wollte sie nicht in Gefahr bringen. Aber Willi Graf schrieb zahlreiche Briefe an seine Schwester, in denen er ihr seine Gedanken und Vorstellungen nahe brachte. Am 18. Februar 1943 wurden Willi und seine Schwester Anneliese Graf gemeinsam mit den Geschwistern Scholl in München verhaftet. Seit 1987 ist Anneliese Knoop-Graf stellvertretende Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung e.V. Am 26. April 2006 wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Karlsruhe verliehen.
 Dieses Gespräch fand im Rahmen einer Ausstellung zur Widerstandsbewegung der Weißen Rose im Ratssaal zum Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" statt. siehe pdf. Pressebericht in der AZ vom 27.03.2009 zur Ausstellung und zum Zeitzeugengespräch in der Woche vom 20.-28. März 2009: "Ich werde immer bei Dir sein" Von Caroline Jerchel Anneliese Knoop-Graf erinnert an ihren Bruder und Mitglied der "weißen Rose" Willi Graf Ihr Vortrag dauerte eine Stunde. 60 Minuten, in denen die zahlreichen Anwesenden im Ratssaal des Ingelheimer Rathauses hoch konzentriert zuhörten. Anneliese Knoop-Graf erinnerte sich an ihren 1943 hingerichteten älteren Bruder Willi Graf: "Ich werde bei Dir sein, auch wenn ich nicht mehr im Leben an Deiner Seite stehen kann", heißt es im Abschiedsbrief des Mitglieds der Widerstandsbewegung "Die weiße Rose". Nur eines der anrührenden Zitate, die Knoop-Graf, die selbst von den Nationalsozialisten für vier Monate inhaftiert wurde, ihrem Publikum vorlas. Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard hatte die eineinhalbstündige Veranstaltung eröffnet. Organisiert wurde sie vom Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" in Kooperation mit der "Weiße Rose Stiftung e.V." und dem "Deutsch-Israelischen Freundeskreis Ingelheim e.V." Gerhard lud zu einem Abend ein, der thematisierte, "wie und warum eine Gruppe junger Menschen den Weg in den Widerstand" gefunden hat. Die Historikerin Dr. Pia Nordblom von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz moderierte kompetent den Abend und dankte der Vortragenden dafür, dass sie Sophie Scholl und ihre Mitstreiter "nicht nur als mueseale Persönlichkeiten" darstellte - sondern zum Leben erweckte. Und das, indem sie "bisweilen die Grenzen zur Intimität überschritt". Rundherum sind derzeit an den Wänden des Ratssaals großformatige Schwarz-Weiß-Fotos und Schautafeln angebracht, die das kurze Leben und die politischen Aktivitäten der Mitglieder der "Weißen Rose" illustrieren. Motive wie lachende Gesichter, ernsthafte Studenten, scheinbar banale Alltagsszenen, zeigen das Leben junger Individuen, die sich als Christen in der Pflicht sahen, Verantwortung zu übernehmen und gegen Hitlers Terrorregime vorzugehen. Die Ausstellung, die noch bis zum Samstag zu besichtigen ist, bot einen geeigneten Rahmen für die intensive Veranstaltung mit der 88-jährigen Anneliese Knoop-Graf. Mit fester Stimme, sachlich und auf hohem Niveau schilderte die ehemalige Internatsleiterin die jäh beendete Vita des Medizinstudenten Willi Graf. Immer wieder, auch in der sich anschließenden Podiumsdiskussion, stellte sich die Frage, woher Graf und die anderen Mitglieder der "Weißen Rose" den Mut genommen haben, ihr Leben zu riskieren. Warum? Das blieb sein Geheimnis, war seine persönliche Entscheidung: "Ich geh meinen Weg bis zum Ende". Auch der geliebten Schwester vertraute er sich nicht an, das "war nichts für Frauen". Knoop-Graf zeigte durchaus kritisch die Brüche in der Persönlichkeit ihres Bruders auf, zum Beispiel dessen Hadern mit dem autoritätsgläubigen und konfliktscheuen Elternhaus. Sie warnte vor Politikverdrossenheit und einem allzu rigiden Rückzug ins Private und gab zu: "Meine Erinnerung an damals wird konfrontiert mit meinem Wissen von heute" - ein Grund, warum sie es verweigert auf die Frage zu antworten, was gewesen wäre, wenn ihr Bruder sie zur Mitwisserin gemacht hätte. Trotz aller Tragik gab es auch Momente zum Schmunzeln bei Anneliese Knoop-Grafs Vortrag. Sophie Scholl habe sie verkannt, mit ihr habe sie nichts anfangen können, gab sie zu. Der Grund sei vermutlich auch das "fürchterlich breite Schwäbisch" gewesen, das Scholl sprach. Hans Scholl dagegen verzieh sie den Dialekt, denn "der sah so dermaßen gut aus!" An ihren Bruder und die weiße Rose zu erinnern, ist Anneliese Knoop-Grafs Lebenswerk geworden, den Gedanken von persönlicher Verantwortung an die heutige Generation weiterzutragen, damit "die weiße Rose weiterlebt". Mitgliederversammlung und Neuwahl des VorstandesDie Mitgliederversammlung mit Neuwahlen fand am Samstag, den 14. März 2007 um 16.00 Uhr im Landgasthaus Fetzer statt. Aus Anlass des 25 -jährigen Vereinsjubiläums wurden die 10 der 18 Gründungsmitglieder geehrt, die bis heute dem Verein angehören: Petra Harth-Meyer, Jürgen Kauffmann, Karin Kauffmann, Andreas Kauffmann, Cordula Kauffmann, Klaus Kirsten, Ingeborg Kraft, Hans-Ulrich Oelschlägel, Susanne Zöllner-Sowka, sowie der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenvorsitzenden Hans-Georg Meyer. Sie erhielten eine Urkunde für einen Baum, der in Israel im Wald der deutschen Länder für sie gepflanzt wurde. Der Vorsitzende Klaus Dürsch wies darauf hin, dass ohne die 25-jährige Arbeit die Besuchswoche im letzten Jahr nicht möglich gewesen wäre. Der damals angedachte Jugendaustausch mit Afula hat sich etabliert und findet nach wie vor statt. Hans-Georg Meyer trug eine umfangreiche Dokumentation jüdischen Lebens in Ingelheim zusammen. Es gibt den Synagogenplatz. Die Begegnungen mit Israelis und Juden, die in Ingelheim ihre Heimat hatten, führten während der 25 Jahre zu intensiven Kontakten. Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard dankte für die geleistete Arbeit. Zur Neuwahl des Vorstandes erklärten sich die amtierenden Vorstandsmitglieder und wurden alle wieder gewählt.
Der Ehrenvorsitzende Hans-Georg Meyer gab anschließend eine Einschätzung zur Frage: „Wohin geht Israel?“ und zeigte Bilder von der letzten Israelreise. Vaterspuren Lesung mit Sigfrid Gauch  ![]()
Mittwoch, 4. Februar 2009, 19.30 Uhr Ort: Weiterbildungszentrum, Fridtjof-Nansen-Haus, Wilhelm-Leuschner-Str. 61 Dr. Sigfrid Gauch stellte die Neuausgabe seines Buches "Vaterspuren" vor. Gauch arbeitet in seinem vielbeachteten Werk, das 1979 zuerst erschienen ist, die nationalsozialistische Vergangenheit des eigenen Vaters auf. Die nun veröffentlichte Neuausgabe bezieht erst jetzt gefundene persönliche Aufzeichnungen sowie Archivakten mit ein, die das Bild des Vaters, der im Eichmann-Prozess als "Schreibtischmörder" bezeichnet wurde, vervollständigen. In Zusammenarbeit mit dem Weiterbildungszentrum und dem Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" der Stadt Ingelheim. Hinweise auf den Autor und sein Werk finden Sie unter: www.sigfrid-gauch.de
Die Ersten Israelis
Literaturabend  Hans-Georg Meyer las aus dem gleichnamigen Buch von Tom Segev.Der Abend fand am Donnerstag, 22. Januar 2009 im Weiterbildungszentrum Ingelheim statt. Hans-Georg Meyer las aus dem gleichnamigen Buch von Tom Segev. Tom Segev ist Journalist bei der liberalen Tageszeitung Haaretz und Historiker. Er gehört zu den sogenannten "neuen Historikern", die durch intensive Quellenforschung die Zeit der Staatsgründung Israels im Mai 1948 bearbeitete. Tom Segev schildert in seinem Buch: „Die ersten Israelis“ die dramatischen Bedingungen, unter denen Israel geboren wurde und die ersten formativen Jahre. Tom Segev schrieb im Vorwort der deutschen Ausgabe von 2008, 24 Jahre nach Erscheinen des Buch: "Mit den Jahren lernten viele Israelis ihre Geschichte klüger und kritischer zu verinnerlichen. Außerdem sind zusätzliche Dokumente zugänglich geworden, die als Basis für viele Bücher dienten: Dieses Buch war das erste einer Reihe von Büchern, die ich schrieb. Zusammen bilden sie eine kollektive Biographie der Israelis. Es folgten viele weitere Studien anderer Historiker. Dennoch wiederholen sich einige der Mythen und Klischees ständig in den Geschichtsbüchern Israels und bis heute gibt es Menschen, die überrascht sind zu endtecken, dass die Geschichte der Israelis komplexer ist, als sie dachten." Hans-Georg Meyer schrieb in einer Rezension zu dem Buch: Tom Segev: Die ersten Israelis, die Anfänge des jüdischen Staates, Siedler-Verlag 2008. Es spricht für sich, dass ein so „altes" Buch eine solche Resonanz in unserem Lande hat. Denn dieses Buch ist in Israel im Jahre 1984, also vor 24 Jahren (!) erschienen und erst jetzt gibt es eine deutsche Übersetzung. Dabei ist es für jeden Nahost-Neugierigen so wichtig, Details wie die von Tom Segev geschilderten zu kennen. Denn der in seinem Buch so oft erfolgte Hinweis auf entstandene falsche Mythen während und nach der Gründung des Staates Israel betrifft nicht nur die Israelis. Noch heute werden weite Teile dieser Mythen von vielen „Nahost-Experten" in unseren Landen - manchmal wider besseres Wissen - weiter verbreitet. Doch auch jenseits dieser Mythen ist die Lektüre der „ersten Israelis" ein Gewinn. Erfährt gerade auch der Nicht-Jude vieles über die bis heute bestehenden Differenzen zwischen Orthodoxen und Säkularen, über Visionen und Realitäten, über die Juden und Araber im vergangenen Jahrhundert. Flucht und Vertreibung, Eingliederung und der tägliche Kampf ums Überleben, ein Kapitel, welches gerade uns Deutschen nicht ganz fremd ist, dies in Segevs Buch nachzulesen ist manchmal ernüchternd, in jedem Falle aber interessant. Es werden uns Tatsachen und Praktiken bekannt, die oft bestritten und beschönigt worden waren. So auch die Geschichte des arabischen Dorfes Deir Yassin, heute heißt es Givat Shaul und man fährt auf dem Weg nach Jerusalem über die Nationalstraße l dicht daran vorbei. Als der „gebrannte" Ort von den Israelis für jüdische Einwanderer in Beschlag genommen werden sollte, schrieb niemand geringeres als der auch bei uns sehr geschätzte und bekannte jüdische Religionsphilosoph Martin Buber (und drei weitere Wissenschaftler) an Ben Gurion u.a. „In Deir Yassin wurden Hunderte von Männern, Frauen und Kindern getötet. Das Ereignis ist ein schwarzer Fleck auf der Ehre der jüdischen Nation. ... Die Wiederbesiedelung von Deir Yassin binnen eines Jahres nach dem Verbrechen und im Rahmen der normalen Siedlungsaktivitäten würde einer Unterstützung oder zumindest einer Duldung des Massakers gleichkommen..." Von David Ben Gurion kam nie eine Antwort, Deir Yassin wurde das israelische Givat Shaul. Wer die Bücher von Tom Segev liest, der erfährt viele Details, die sonst nur dem forschenden Historiker durch das Sichten von unzähligen Materialien und Dokumenten vorbehalten bleibt. Wir haben von ihm vieles erfahren, was uns bis dahin fremd, falsch vermittelt und manchmal falsch abgeschrieben worden war. Er selbst sagt im Vorwort des jetzt in deutsch erschienen Buches „Die ersten Israelis" zu seinen Büchern: „Zusammen bilden sie eine kollektive Biografie der Israelis." Dies ist das Verdienst von Tom Segev, er vermittelt die „Biografie" seines Landes uns Ausländern (obwohl in erster Linie für seine Landsleute geschrieben) in einer beeindruckenden Art und dabei gleichzeitig unterhaltsamen Weise. Wir lernen ohne zu studieren und wir beginnen zu verstehen ohne nur zu verurteilen. So beispielsweise das Problem der arabischen Flüchtlinge. Wir erfahren von der Vertreibung der arabischen Bevölkerung von Ramiah und Lydda und dass die Mitarbeiter in der Nahost-Abteilung des israelischen Außenministeriums formulierten: „Die anpassungsfähigsten und besten Überlebenden werden in einem Prozess der natürlichen Selektion durchkommen, und die anderen werden zugrunde gehen. Einige werden sterben, aber die meisten werden zu menschlichen Wracks und zu Ausgestoßenen werden und sich vermutlich den ärmsten Klassen in den arabischen Ländern anschließen." Und wir erfahren, dass David Ben Gurion einen harten Kurs einhält in der Vertreibung der arabischen Bevölkerung und er nichts von der Einlassung seines Direktors der Nahost-Abteilung Eliyahu Sasson hält, der betonte, „dass Israel um seine Integration in die arabische Welt kämpfen müsse". Israel kämpft seit 60 Jahren ums Überleben, kämpft es auch um die Integration in die arabische Welt?
Im Buch heißt es an einer Stelle: „Die Zeit arbeitete nicht für Israel". Ob sich dessen auch heute alle bewusst sind? Das Buch von Tom Segev kann bei der Beantwortung der Frage helfen. Deshalb sollte es jeder lesen!
Führung auf dem jüdischen Friedhof „Im Saal“ am Tag des offenen Denkmals Nachfahren entdeckt
Die Nachfahren von Frau Sara Rindskopf, die 1817 auf dem jüdischen Friedhof „Im Saal“ begraben wurde, werden vom 7. – 13. November auf Einladung der Stadt In-gelheim und des Deutsch-Israelischen Feundeskreises (DIF) zu Besuch nah Ingelheim kommen. So berichtete der Vorsitzende Klaus Dürsch bei einer Führung am Tag des offenen Denkmals. Er erklärte den Aufbau der Grabsteine dieses Friedhofs, die im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesetzt wurden. W ährend der Zeit, als der Ingelheimer Grund zur Kurpfalz gehörte, erlaubte der Kurfürst gegen Bezahlung die Ansiedlung und gestattete das Begräbnis. Juden stellten damals oft eine Verbin-dung zwischen Stadt und Land her, indem sie landwirtschaftliche Produkte in die Städ-te brachten und die Landbevölkerung mit Industrieprodukten versorgten. Nur wenige Grabsteine geben Aufschluss darüber, wer auf diesem Friedhof begraben wurde, da die Sandsteine stark verwittert sind. Sie werden noch in diesem Jahr fachge-recht fotografiert und dokumentiert, so dass die Daten erhalten bleiben. Ein Grabstein wurde für Sara Rindskopf gesetzt. Sie war die Mutter von Gertrud May-er. Sie hatte den 1786 geborenen Markus Mayer aus Ober-Ingelheim geheiratet. Als ihr Mann ca. 1814 starb, zog die Mutter von Oppenheim zu ihrer Tochternach Ingel-heim und wurde hier begraben. Markus Mayer starb 1845. Sein Grabstein ist auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße erhalten. Von ihm ist bekannt, dass er Felder und Weinberge besaß. Sein Sohn Simon Mayer gründete wahrscheinlich das Geschäft inder Stiegelgasse 51. Er war Fruchthändler und verkaufte Spezereien. Er heiratete Sara, geb. Rheinhold aus Oberlahnstein. Beide starben 1882. Ihr Grabstein ist auch noch auf dem Friedhof in der Hugo-Loersch-Straße zu finden. Ihre Tochter Emma heira-tete Josef Löb Eisemann aus Mosbach. Er führte das Geschäft als Krämerladen unter dem Namen Eisemann weiter. Das Grab der Eheleute Eisemann befindet sich auf dem Friedhof Ingelheim-Süd. Grabstein von Sara Rindkopf auf dem Friedhof "Im Saal" Ihr Sohn Marius übernahm den Laden und verkaufte dort bis zur Reichspogromnach 1938 viele Dinge des täglichen Bedarfs, wie sich Heinrich Herbert im Ingelheimer Lesebuch erinnert. Marius und seine Frau Thekla wurden mit dem letzten Transport von Juden aus Ingelheim am 20.9.1942 nach Treblinka depor-tiert und dort wahrscheinlich im gleichen Jahr ermordet. Für beide wurden 2006 in der Stiegelgasse 51 Stolpersteine gesetzt. Marius Bruder Ernst Simon zog nach Nürnberg und heiratete dort Meta, geb. Offen-bacher. Ihre Tochter Ellen wurde 1927 geboren. Kurz nach der Geburt starb die Mut-ter. Ernst Simon Eisemann wurde in Auschwitz ermordet. Für ihn wird in diesem Jahr ein Stolperstein vor seinem Geburtshaus gesetzt. Ellen konnte in die USA fliehen. Dort lernte sie Lucien Greif kennen, der mit seinen Eltern aus Ingelheim ebenfalls in die USA fliehen konnte. Erst später erfuhren sie, dass beide Wurzeln in Ingelheim haben. Lucien Greif wird im November zusammen mit seinem Sohn zu Besuch kommen. Schülerinnen und Schüler werden einen Besuch auf dem Friedhof vorbeiten und die Gäste zu den Gräbern ihrer Vorfahren führen.
Schiffstour des Deutsch-Israelischen Freundeskreisesam Tag der Europäischen Jüdischen Kultur
Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens und der Gründung des Staates Israel vor 60 Jahren hatte der Deutsch-Israelische Freundeskreis am 07.09.2008, dem Tag der Europäischen jüdischen Kultur, zu einer Schiffstour nach Oberwesel geladen. Kurz nach 14.00 Uhr legte die MS Bingen am Anleger in Frei-Weinheim ab und der Vorsitzende Klaus Dürsch begrüßte die anwesenden Gäste zur Feierstunde, die sowohl vom Rückblick auf die Geschichte als auch vom Vorausblick auf kommende Entwicklungen geprägt war. Nach der musikalischen Eröffnung mit „Schalom Aleichem“ durch den Chor „Crazy Voices“ , Chor der Musikschule Ingelheim, betonte Landrat Claus Schick in seinem Grußwort, wie wichtig und weiterhin notwendig die Aufarbeitung der Geschichte sei. Ein wichtiger Baustein dabei ist das Projekt „Ingelheim in der Zeit des Nationalsozialismus“ – das eine ganzheitliche Aufarbeitung mit weiteren Informationsveranstaltungen beinhaltet. Er überreichte dem Vorsitzenden des DIF, Klaus Dürsch, die Ehrenurkunde des Landkreises Mainz-Bingen verbunden mit Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit. Herr Bürgermeister Ralf Claus überbrachte die Glückwünsche der Stadt Ingelheim und hob in einigen Beispielen die Arbeit des Deutsch-Israelischen Freundeskreises hervor, u. a. der Besuch der ehemaligen Ingelheimer Juden und ihrer Angehörigen im Jahr 1998, der auch in diesem Jahr vom 07.-13.11.2008 wieder stattfinden wird. Nach dem Vortrag des Liedes „Rad Haleila“ durch die „Crazy Voices“ betonte der Vorsitzende des Vereins Rabbi Hillel e.V., Oberwesel, Herr Victor Sanovec, wie wichtig außer der Aufarbeitung der Geschichte auch die Tatsache sei, den Fokus auf die heute lebenden Juden zu richten und wie man das Miteinander zusammen gestalten kann. Den musikalischen Abschluss der Feierstunde bildete der Irische Segen „May the road rise to meet you“. In Oberwesel angekommen luden Herr Victor Sanovec und seine Frau Barbara Fuchs alle Anwesenden zum Besuch der Ausstellung „LE DOR VA DOR“ in den Räumen der ehemaligen Synagoge der Stadt Oberwesel ein. Eindrucksvoll berichteten beide von den Schwierigkeiten mit der Aufarbeitung der Geschichte und erzählten in der Ausstellung von Beispielen des Zusammenlebens von Juden und Nichtjuden. Auf der Rückfahrt nach Ingelheim unterhielt während des Abendbuffets der israelische DJ Sugar Ray die Gäste mit neuer israelischer und jüdischer Musik zum Tanzen und Mithören. Am Ende dieses Ausflugstages gingen alle mit einer Fülle von Eindrücken von Bord, alte und neue Kontakte waren geknüpft oder wiederbelebt worden. Im Rahmen des Projekts „Ingelheim im Nationalsozialismus" lud der Oberbürgermeister der Stadt Ingelheim, Dr. Joachim Gerhard zum Vortrag ein: „...wenn andere Abhilfe nicht möglich ist..." Zur Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus Im Rahmen des vom Deutsch-Israelischen Freundeskreis und der Stadt Ingelheim getragenen Projekts „Ingelheim im Nationalsozialismus“ führte Prof. Dr. Peter Steinbach, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, in seinem Vortrag im Weiterbildungszentrum Ingelheim am 13. Mai 2008 „…wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“, zur Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus“ in die historischen Hintergründe der Thematik ein. Die Zahl der so genannten geborenen Gegner Hitlers, derjenigen, die bereits 1933 und davor gegen den Nationalsozialismus auftraten war allerdings klein, dennoch gab es immer wieder Menschen die sich dem Totalitätsanspruch der Nationalsozialisten verweigerten, wie einzelne Sozialdemokraten, Kommunisten, Protestanten, Katholiken oder die Gruppe der Zeugen Jehovas. Die NS-Diktatur war ein politisches System das Menschen durch Mitschuld einband, so standen auch die späteren Widerständler zuvor oftmals in enger Kooperation zum NS-Staat, dienten ihm gar in Verwaltung oder Militär und trugen somit zu Herrschaftsstabilisierung bei. Erst allmählich wandten sie sich vor dem Hintergrund bestimmter Erlebnisse dem Widerstand zu. Dabei konnte die Akzeptanz bestimmter politischer Handlungen Hitlers, wie bspw. des „Anschlusses“ Österreichs, durchaus neben der Ablehnung anderer Aspekte wie der Judenverfolgung stehen. Prof. Steinbach, Leiter der Gedenkstätte deutscher Widerstand in Berlin, erklärte, dass sich auf der Basis lokaler Studien das Verhältnis von Anpassung einerseits und Widerständigkeit andererseits in den Biographien dabei besonders gut darstellen lasse. Auch die Gruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die am 20. Juli 1944 das wohl bekannteste Attentat auf Hitler unternahm und scheiterte, war bereit „Schuld zu Tragen indem sie Widerstand leistete“, wie etwa die Verantwortung für die Verfolgung von Familienangehörigen und Freunden. Die Auseinandersetzung mit dem Widerstand muss wichtige Funktionen erfüllen, wie Prof. Steinbach betonte, neben dem ehrenden Gedenken, führt sie den Menschen zum einen die Grenzen staatlichen Gehorsams vor Augen, zum anderen macht sie die Verantwortung der Nachlebenden für den Umgang mit dieser Vergangenheit deutlich. siehe auch News aus der Stadtverwaltung Literatur im Exil
Am Mittwoch, den 7.5. 2008 fand ein musikalisch-literarischer Abend mit Dr. Burkhard Engel, Cantaton-Theater, in der Stadtbücherei Ingelheim statt. Aus Anlass des Gedenkens an die Bücherverbrennung vor 75 Jahren, am 10. Mai 1933, las Dr. Burkhard Engel aus Werken von Schriftstellern, deren Bücher 1933 verbrannt und aus den Bibliotheken entfernt wurden. Als Hitler 1933 an die Macht kam, begann ein Exodus der Literaten. Die Liste der Schriftsteller, wie auch der Künstler, Musiker und Wissenschaftler, für die das Leben in Deutschland unerträglich wurde, ist erschütternd lang. Zwischen Hoffnung und Resignation schwankend beschreiben die Autoren in Prosa und Lyrik ihr Schicksal und kommentieren die politische und kulturelle Entwicklung im faschistischen Deutschland. So wurde die „Exilliteratur“ zu einem einzigartigen, ergreifenden Teil der deutschen Literaturgeschichte. Die meisten Emigranten kämpften ums Brot, ohne Ruhm, niemand kannte sie. Sehr viele zerbrachen an diesem Ausgestoßensein. Vielleicht mit der Ausnahme einiger Weniger erfuhren sie alle eine Fremdheit in der Welt, die nicht mehr zu überwinden war. Mit der durch Emigration gebrochenen Biografie wurde man überall fremd, auch wenn man glücklich zurückkehrte dorthin, wo man einst zu Hause war. Viele wollten nicht zurück nach Deutschland, wo die Nachkriegs-Kohlennot größere Betroffenheit auslöste als der Massenmord der Nazis. Sie starben im Exil. Klaus Dürsch stellte in seiner Einführung den lokalen Bezug her. Es gibt einen Hinweis darauf, dass auch in Ingelheim eine Bücherverbrennung stattgefunden hat. Hans Neumann, der in der Bahnhofstraße lebte und 1998 hier zu Besuch war, sagte in einem Interview mit der AZ vom 12.9.1998: "Ich konnte die Waldeck von unserer Wohnung aus sehen, auch das Feuer dort oben, als die Bücher verbrannt wurden." Bisher konnte diese Aussage nicht durch eine andere Quelle bestätigt werden. Aus Zeitungsmeldungen von 1933 geht lediglich hervor, dass sich die Ingelheimer Ortsgruppe der Nationalsozialisten auf der Waldeck traf und zu anderen Anlässen Feuer entzündete. In Folge der Bücherverbrennung, die nicht von der Partei, sondern von Studenten initiiert wurde, verschwanden die unerwünschten Bücher aus den Leihbüchereien. Es gab Bibliothekare, die ihre Bücher versteckten und bis nach dem Krieg verwahrten. Löcher blieben, denn es gab außer der Blut- und Bodenliteratur keine neuen Bücher mehr. Burkhard Engel vom Cantaton Theater zeigte in einer mit Musik verbundenen Lesung eine Auswahl literarischer Zeugnisse von Thomas Mann bis Bertolt Brecht, von Stefan Zweig bis Hilde Domin. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Stadtbücherei Ingelheim und dem WBZ statt. Am Montag, den 11.2. 2008 zeigte Esther Schapira, Redaktionsleiterin für Politik und Gesellschaft und Ressortleiterin der Abteilung Zeitgeschichte beim Hessischen Rundfunk, ihren Film:
Der Tag, als ich ins Paradies wollte Der Weg einer lebenden Bombe
Anschließend beantwortete sie vor vollem Haus Fragen zur Entstehung des Films und zur politischen Situation in Israel und den palästinensischen Gebieten. In dem Film erzählt Esther Schapira erzählt die Geschichte von Mohammed Besharat. 16 Jahre war er damals. Er kam aus dem Dorf Tamun im Westjordanland, nahe Jenin. Und er wollte ins Paradies. Am 2. August 2001 stieg Mohammed in einen vollbesetzten Linienbus, an einer Haltestelle im Norden Israels. Die meisten Fahrgäste waren Jugendliche, die den „Tag der Liebenden“ feiern wollten und unterwegs waren zu einem Musikfestival. Mohammed aber hielt eine Tasche mit einer Bombe in seiner Hand. Menashe Nuriel, Vater von vier Kindern, war an diesem Donnerstag der Fahrer des Busses. Als er den jungen Palästinenser wahrnahm, spürte er, dass etwas nicht in Ordnung war. Er beobachtete ihn und begriff plötzlich, was er plante. Ohne nachzudenken, drängte er den Jungen aus dem Bus und verhinderte, dass die Bombe explodierte. 54 Menschen rettete Menashe Nurriel das Leben. Der Selbstmordattentäter wurde festgenommen und sitzt seitdem in einem israelischen Sicherheitsgefängnis. Noch 14 Jahre lang. Die Dokumentation von Esther Schapira schildert den Weg des jungen Palästinensers an diesem 2. August 2001, dem Tag, als er zur lebenden Bombe wurde. Zum ersten Mal spricht ein überlebender Selbstmordattentäter ausführlich vor einer Fernsehkamera: Über seine Träume, seinen Glauben und über den Tag, als er mit einem Massenmord ins Paradies wollte. Offen äußert sich auch seine Familie über das Leben in den besetzten Gebieten und über die Rekrutierungspraxis der radikalen Terrororganisationen. Der Film blickt gleichzeitig auf die Menschen, die beinahe Opfer geworden wären: die Familie des Busfahrers, die schon immer, aber vor allem seit diesem Tag, mit der Angst leben muss. Und die dennoch weiter für die Friedensbewegung ist und an ein friedliches Zusammenleben von Arabern und Israelis glaubt. Während der Dreharbeiten riss ein anderer Attentäter in einem Club in Tel Aviv vier junge Menschen in den Tod. Die Geschichte dieses Attentates verbindet sich auf dramatische Weise mit der Rekonstruktion jenes Tages, an dem Mohammed die Eintrittskarte ins Paradies löste. Das Billett ist noch nicht verfallen. Allein schon der Wille, sich selbst zu töten, gilt radikalen Muslimen ebenso viel wie die Tat selbst. Und so bereut Mohammed nichts. Menashe Nurriel steuert noch immer seinen Linienbus durchs Land. Auf einer Strecke mitten durchs Grenzgebiet. Den nächsten Anschlag immer vor Augen. Und trotzdem die Hoffnung auf Frieden. Witere Informationen zum FIlm finden Sie unter: http://www.digberlin.de/SEITE/artikel_schapira.php Am Donnerstag, den 24.1.2008 hielt Prof. Dr. Michael Kißener im Fridtjof-Nansen-Haus einen Vortrag zum Projekt "Ingelheim im Nationalsozialismus" unter dem Titel: Nationalsozialismus in der Provinz Probleme und Perspektiven regionalgeschichtlicher NS-Forschung Prof. Dr. Michael Kißener ist Professor für Zeitgeschichte an der Universität Mainz. Mit seinem Vortrag „Nationalsozialismus in der Provinz. Probleme und Perspektiven regionalgeschichtlicher NS-Forschung" übernimmt er den Auftakt im Rahmen einer historischen Vortragsreihe, die sich mit verschiedenen Aspekten des Nationalsozialismus auch auf lokaler Ebene auseinandersetzt. Die Vortragreihe gehört zum Rahmenprogramm des Projekts „Ingelheim im Nationalsozialismus“. Der Vortrag wird die Relevanz einer regionalgeschichtlichen Forschung zur Geschichte der NS-Diktatur herausarbeiten und wesentliche Stationen der bisherigen Forschungsgeschichte beleuchten. Vor allem sollen die Vorzüge lokal- und regionalgeschichtlicher NS-Forschung an Beispielen verdeutlicht werden sowie vor diesem Hintergrund konkrete Empfehlungen für das in Aussicht genommene Vorhaben „Ingelheim im Nationalsozialismus'“ formuliert werden. Allgemeine Zeitung vom 11.01.2008
Geschichte aus Sicht der Bevölkerung "Ingelheim im Nationalsozialismus" wird von Bürgern für Bürger aufgearbeitet INGELHEIM Es ist ein Projekt von Bürgern für Bürger, das Modellcharakter hat. Doch um "Ingelheim im Nationalsozialismus" wissenschaftlich zu beleuchten, bedarf es viel Vorarbeit, Planung und Koordination. Von Helena Sender-Petry "Noch bin ich damit beschäftigt, mir einen Überblick über die Quellenlage zu verschaffen", sagt Caroline Klausing, die das Projekt wissenschaftlich leitet (die AZ berichtete). Um die "Abfolge der Ereignisse" besser einzuordnen, genießt die Ingelheimer Zeitung der Jahrgänge 1933 bis 1945 zurzeit Klausings ganze Aufmerksamkeit. Denn für sie sind es gerade die lokalen Aspekt, die ein "genaueres Hinschauen ermöglichen". mehr...... Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main GmbH & Co. KG.
|